{"id":53,"date":"2015-10-30T11:06:58","date_gmt":"2015-10-30T10:06:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/?page_id=53"},"modified":"2020-08-19T17:07:47","modified_gmt":"2020-08-19T15:07:47","slug":"biografie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/biografie\/","title":{"rendered":"Biografie"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ulrich Pietzsch&nbsp;ist der Sohn eines Angestellten und Kleinh\u00e4ndlers und einer Hausfrau. Von 1943 bis 1951 besuchte er Schulen in Oberwartha und Cossebaude. Anschlie\u00dfend absolvierte er eine Landwirtschaftslehre in Ebersbach und Pillnitz. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit 13 Jahren war er Opernliebhaber geworden und konnte noch unter Rudolf Kempes Stabf\u00fchrung die gesamte S\u00e4ngerelite der Dresdner Staatsoper h\u00f6ren und sehen. Sein Wunsch, S\u00e4nger zu werden, erf\u00fcllte sich&nbsp; mangels geringer stimmlicher Voraussetzungen nicht. Als&nbsp; von der DDR &#8211; Regierung die Sicherung an der Ruine der Semperoper beschlossen wurde und die D\u00e4cher von Zuschauerraum und B\u00fchnenhaus mit Stahlbindern abgedeckt wurden, arbeitete er&nbsp; dort von 1953 bis 1954 als Montagearbeiter. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach trat er ein Volontariat bei der Zeitung &#8222;Der freie Bauer&#8220; an und war dort als Assistent und Hilfsredakteur t\u00e4tig, zuletzt in der Kulturabteilung.&nbsp;Nach bestandener Sonderreifepr\u00fcfung studierte er von 1959 bis 1964 Philosophie an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin. W\u00e4hrend des Studiums lernte er Wolf Biermann kennen,&nbsp;gr\u00fcndete mit ihm das Arbeiter-und Studententheater. Nach dem Mauerbau fand er das Kino &#8222;Roxy&#8220; im Prenzlauer Berg und animierte Biermann, dort ein Theater aufzubauen. Er wurde der Organisationsleiter und zusammen mit vielen freiwilligen Helfern&nbsp;entstand das&nbsp;Theater&nbsp; b.a.t. Als&nbsp;Premiere&nbsp; sollte Biermanns&nbsp; St\u00fcck &#8222;Berliner Brautgang&#8220; aufgef\u00fchrt&nbsp;werden. Ebenso in der Regie von Benno Besson eine Revue &#8222;Mickspickel&#8220; und das St\u00fcck &#8222;George Dandin&#8220; von Moliere, Regie: Brigitte Soubeyran. Biermann zog&nbsp;&nbsp;jedoch vor der Premiere nach Eingriffen von Funktion\u00e4ren das St\u00fcck zur\u00fcck und animierte die Theaterleitung, mit ihm zusammen zur\u00fcck zu treten, was auch geschah. Das&nbsp; b.a.t &#8211; Ensemble fiel auseinander und das fertige Theater ging in den Besitz der Staatlichen Schauspielschule &#8222;Ernst Busch&#8220; \u00fcber. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Beendigung des Studiums arbeitete Ulrich Pietzsch von 1964 bis 1966 als Redakteur f\u00fcr die \u201eNeue Berliner Illustrierte\u201c, wo er&nbsp;in der neu gegr\u00fcndeten Abteilung Titelgeschichte innerhalb von einem&nbsp; dreiviertel Jahr 13 gro\u00dfe Beitr\u00e4ge einbringen konnte, unter anderem eine gro\u00dfangelegte &#8222;Bilderfahndung&#8220; nach verloren gegangenen Kriegsverlusten von DDR &#8211; Museen, mit \u00fcberraschenden Funden.&nbsp;Er wurde vom Ministerium f\u00fcr Kultur daf\u00fcr ausgezeichnet. Im Ergebnis des 11. Plenums des ZK der SED 1965, wo ein Scherbengericht gegen Kunst und Kultur stattfand,&nbsp;wurde&nbsp; die Abteilung Titelgeschichte, die viele kritische Untersuchungen zum DDR- Alltag ver\u00f6ffentlicht hatte, zerschlagen. Der Initiator Chefredakteur Hans Otten, der&nbsp;Abteilungsleiter Alfred Marquardt und der Redakteur Ulrich Pietzsch&nbsp;wurden fristlos entlassen, Begr\u00fcndung f\u00fcr ihn&nbsp;war seine Freundschaft mit Biermann. Ebenso traf es die Reporter Klaus Schlesinger und Jean Villain<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach langer Krankheit gelang es Ulrich Pietzsch, als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Sektion f\u00fcr \u00c4sthetik und Kunstwissenschaften an der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t unterzukommen, wo er von 1967 bis 1976 auf den Gebieten Kulturgeschichte und Theaterwissenschaft&nbsp;forschte und arbeitete.&nbsp;Die Verteidigung seiner 1977 fertiggestellten Dissertation &#8222;Probleme der Besonderheit von&nbsp;Kunstsprache und Bildgestalt des Tanzes (unter Ber\u00fccksichtigung des klassischen Tanzes)&#8220;&nbsp;unterlie\u00df er aus Protest gegen die Ausb\u00fcrgerung Wolf Biermanns. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Monate nach&nbsp;diesem Ereignis&nbsp;wurde sein Vertrag an der&nbsp; Humboldt-Universit\u00e4t nicht mehr verl\u00e4ngert. &nbsp;Er war au\u00dferdem als Theaterkritiker f\u00fcr den Berliner Rundfunk, die Kulturwochenzeitung &#8222;Sonntag&#8220;und die Zeitschrift \u201eTheater der Zeit\u201c sowie als Fernsehautor und Verfasser von B\u00fcchern t\u00e4tig. Sein erstes Buch, &#8222;Feinde&#8220;, das die Inszenierungstechniken des Regisseurs Wolfgang Heinz dokumentierte, erschien 1969. 1970 heiratete Pietzsch Lydia Wolgina, ehemalige 1. Ballerina der Staatsoper Berlin, und bet\u00e4tigte sich danach im Themenbereich Ballett als Kritiker, Filmschaffender, \u00dcbersetzer und Herausgeber. Zusammen mit seiner Frau gab er Michail Fokins Memoiren &#8222;Gegen den Strom&#8220; sowie &#8222;Selbstzeugnisses des Tanzes&#8220; im Henschelverlag heraus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1976 wirkte Pietzsch als autodidaktischer Bildermaler, entscheidend gef\u00f6rdert von seiner Ehefrau Lydia, die sein Talent entdeckt hatte.&nbsp;Er beendete seine Arbeit als Kritiker und lebte zur\u00fcckgezogen in Wandlitz. Er malte Szenen aus seiner Umwelt, Genrebilder und Stillleben. Ab 1978 stellte er seine Werke aus, unter anderem in der Galerie Berlin des Staatlichen Kunsthandels der DDR und im Museum der agraren Produktivkr\u00e4fte in Wandlitz. Danach innerhalb von 40 Jahren&nbsp;80 Ausstellungen im In-und Ausland. 1982 beantragte er zusammen mit seiner Frau die Ausb\u00fcrgerung aus der DDR, musste sein Haus am Wandlitzsee als Fluchtsteuer kostenlos \u00fcber das B\u00fcro des Anwalts Wolfgang Vogel \u00fcbergeben und reiste im gleichen Jahr in die BRD aus. Danach lebten sie im Bezirk Kreuzberg. Seine Frau gr\u00fcndete die &#8222;Russische Ballettschule Lydia Wolgina&#8220;, die sie bis 1988 leitete.&nbsp;Ab 1987 lebt das Ehepaar im Landkreis L\u00fcchow-Dannenberg. Pietzsch wirkte weiterhin als Maler und stellte regelm\u00e4\u00dfig aus. Au\u00dferdem schrieb er Erz\u00e4hlungen, Tageb\u00fccher und Gedichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der umfangreiche&nbsp;Vorlas des K\u00fcnstlerehepaars Lydia und Ulrich Pietzsch&nbsp;befindet sich seit 2018 im Archiv der Stiftung Stadtmuseum Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8212;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel basiert auf dem Artikel &nbsp;Ulrich Pietzsch&nbsp;aus der freien Enzyklop\u00e4die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikipedia<\/a> und steht unter der Doppellizenz <a href=\"http:\/\/www.nassau-phila.de\/lokale-fdl.txt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">GNU-Lizenz f\u00fcr freie Dokumentation<\/a> und&nbsp;<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported<\/a> (<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/legalcode\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kurzfassung<\/a>). In der Wikipedia ist eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Ulrich_Pietzsch&amp;action=history\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Liste der Autoren<\/a> verf\u00fcgbar. Der Text wird laufend erg\u00e4nzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leben Ulrich Pietzsch&nbsp;ist der Sohn eines Angestellten und Kleinh\u00e4ndlers und einer Hausfrau. Von 1943 bis 1951 besuchte er Schulen in Oberwartha und Cossebaude. Anschlie\u00dfend absolvierte er eine Landwirtschaftslehre in Ebersbach und Pillnitz. 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