{"id":128,"date":"2015-11-03T10:50:57","date_gmt":"2015-11-03T09:50:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/?p=128"},"modified":"2021-05-24T12:03:12","modified_gmt":"2021-05-24T10:03:12","slug":"bunte-poesie-1982","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/2015\/11\/03\/bunte-poesie-1982\/","title":{"rendered":"Bunte Poesie (1982)"},"content":{"rendered":"\n<p>Galerie Europ\u00e4ische Akademie Berlin Grunewald<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist das Naive in den Gem\u00e4lden von Ulrich Pietzsch leicht zu bestimmen: keine ausgefeilten Skizzen eines minuti\u00f6s detaillierten K\u00f6rpers, keine exakt stimmigen Perspektiven, keine symbolschwangeren und intellektuell durchreflektierten Motive, vielmehr Szenen, die im wahrsten Sinne aus dem Leben gegriffen sind: Farben, die freundlich aufheitern, Details, die unweigerlich schmunzeln machen; Portr\u00e4ts, die weniger durch exakte Darstellung als durch Unmittelbarkeit \u00fcberzeugen. Und alles durchdrungen von einer grenzelosen Heiterkeit\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Faszination dieses Naiven, die mich ber\u00fchrt beim Betrachten der Bilder, die Unmittelbarkeit, die W\u00e4rme, der Witz des \u00dcberraschenden. Jedesmal werde ich in eine neue Atmosph\u00e4re versetzt, erlebe die Jahreszeiten der Mark, die flache kaum h\u00fcgelige Landschaft, die einfachen H\u00e4user und h\u00e4ufig wiederkehrenden Kirchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meist ist der ruhende Pol eines Gem\u00e4ldes ein Geb\u00e4ude, ein Bahnhof, das Rathaus. Doch entscheidend ist das Leben, das sich drumherum abspielt: die Schneeballschlacht der Jungen, die Trachtenkapelle vor dem Bernauer Steintor, das Liebespaar an der Mauer der alten Schmiede von Wandlitz, das Picknick vor dem Schloss in Wensinckendorf. Was nur beil\u00e4ufig als bunte Verzierung festgehalten zu sein scheint, die einfach gezeichneten&nbsp; \u201eM\u00e4nniken\u201c, die streunende Katze, der abbr\u00f6ckelnde Verputz, das an die Wand gelehnte Fahrrad, das sind Momente, die die Bilder lebendig machen, die mich einladen, stehen zu bleiben, mich hineinzuversetzen in die verspielten Szenerien und zu lachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die wenigsten Bilder hat der Schmerz motiviert. Die Landschaftsbilder aus der Mark sind vielmehr von sorgloser Ausgelassenheit. Mit ihnen hat Ulrich Pietzsch f\u00fcr uns eine Gegend erweckt, die eigentlich nah, doch so schwer zug\u00e4nglich ist. Darin sieht er seine Aufgabe, nachdem er von der DDR \u00fcbergesiedelt ist\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes Dieterich<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBerliner Sonntagsblatt\u201c vom 12. Dezember 1982<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Galerie Europ\u00e4ische Akademie Berlin Grunewald \u2026Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist das Naive in den Gem\u00e4lden von Ulrich Pietzsch leicht zu bestimmen: keine&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-80er-pressestimmen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":555,"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128\/revisions\/555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ulrich-pietzsch.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}